đïž Zwei MĂ€nner mĂŒssen nach Krawallen in ZĂŒrich ins GefĂ€ngnis
Guten Morgen
WĂ€hrend ich auf einem gwaggligen BĂŒrostuhl sitzend diese Zeilen schreibe, werden in den USA Stimmen gezĂ€hlt: Die Midterms entscheiden ĂŒber den Verlauf von US-PrĂ€sident Donald Trumps restlicher Amtszeit.
Keine Sorge, wir beschĂ€ftigen uns heute aber nicht nur mit den US-Kongresswahlen â denn auch in der Schweiz gibt es genĂŒgend spannende News. Wie zum Beispiel die Nachricht, dass der Bund erneut Flugpetrol-Notreserven freigibt und dass zwei junge MĂ€nner nach den Krawallen in ZĂŒrich ins GefĂ€ngnis mĂŒssen.
Schweiz | Ausschreitungen
Strafbefehle gegen zwei MĂ€nner nach Krawallen in ZĂŒrich
Die Ausschreitungen in ZĂŒrich sorgen weiterhin fĂŒr Diskussionsstoff: Zwei MĂ€nner mĂŒssen ins GefĂ€ngnis. © Watson / Keystone
Nach den Ausschreitungen in ZĂŒrich am Wochenende mĂŒssen nun zwei Personen fĂŒr mehrere Monate ins GefĂ€ngnis. Die Staatsanwaltschaft Kanton ZĂŒrich hat nach den Krawallen in der Halloween-Nacht laut Watson Strafbefehle gegen zwei junge MĂ€nner erlassen, heisst es in einer Medienmitteilung.
Der 19-JÀhrige und der 21-JÀhrige wurden in jener Nacht verhaftet: Gegen die beiden Beschuldigten wurde je eine unbedingte Freiheitsstrafe von sechs beziehungsweise vier Monaten verhÀngt. RechtskrÀftig sind die Strafbefehle noch nicht.
Die Liste der Delikte, wegen derer die Staatsanwaltschaft Strafbefehle erlassen hat, ist heftig: Die jungen MĂ€nner mĂŒssen sich wegen Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, SachbeschĂ€digung aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung, Hausfriedensbruch sowie Ăbertretung des Verbots der GesichtsverhĂŒllung verantworten.
Nachdem die Ausschreitungen in der Politik sowohl von Links als auch Rechts klar verurteilt wurden, sorgt die ausgeĂŒbte Gewalt unter jungen Menschen fĂŒr Diskussionen, wie 20 Minuten berichtet. WĂ€hrend einige Stimmen, wie etwa der Influencer Flavio Leu, strenge Strafen fordern, sehen andere die Gewalt als gerechtfertigte Entladung des Frusts von Jugendlichen.
Watson sprach unter anderem mit Alina* (24, Name geĂ€ndert), einer der Demonstrierenden vom Wochenende, die die Gewalt gegenĂŒber der Polizei nicht verurteilt. Die Ausschreitungen seien Teil des «politischen Protests einer revolutionĂ€ren Bewegung» gewesen, «die sich gegen den Kapitalismus stellt und die Rolle des Schweizer Staats kritisiert». Die junge Frau sagt: «FĂŒr die Jugend und fĂŒr meine Generation gibt es keine Perspektive.» (Falls du mehr zum Thema lesen willst, empfehle ich dir den Kommentar meiner Kollegin Nina Graf auf TsĂŒri.ch.)
Schweiz | Studie
Immer mehr Leute konsultieren bei Krankheitssymptomen KI
Doktor Chatbot: Immer mehr Menschen fragen KI bei Symptomen nach Rat.
© SRF / Keystone / Martin Ruetschi
SĂ€g ehrlich: Wie oft fragst du ChatGPT, ob deine Kopfschmerzen normal sind oder was die Beule an deinem Arm sein könnte? Falls du regelmĂ€ssig KI nach Symptomen fragst, bist du nicht allein: Vier von zehn Befragten nutzen KI bei Symptomen â doppelt so viele wie im Vorjahr, berichtet SRF. GemĂ€ss der CSS-Gesundheitsstudie des Forschungsinstituts Sotomo stieg der Anteil der Nutzenden innerhalb eines Jahres von 20 auf 42 Prozent.
Spannend: Um Rat fragen User dabei sowohl bei körperlichen als auch bei psychischen Beschwerden. Und zwar in sĂ€mtlichen Altersgruppen â 62 Prozent der jungen Erwachsenen lassen sich von Chatbots beraten. Bei den ĂŒber 65-JĂ€hrigen stieg der Anteil an: WĂ€hrend es im vergangenen Jahr erst zehn Prozent waren, holen sich nun 30 Prozent Rat bei der KI.
Zu den wichtigsten Informationsquellen in Sachen Gesundheit zĂ€hlen KI-Chatbots fĂŒr mehr als ein Viertel der Befragten. Allerdings gilt KI laut den Studienergebnissen eher als zusĂ€tzliche Informationsquelle und nicht als Ersatz fĂŒr Ărzt:innen oder das persönliche Umfeld.
Die Good News zum Schluss: Die Befragten fĂŒhlten sich grundsĂ€tzlich gesĂŒnder als noch im vergangenen Jahr.
Nutzt du KI fĂŒr eine Selbstdiagnose? (Bonusfrage: Warum und wofĂŒr?)
Schweiz | Pflichtlager
Versorgungsengpass: Der Bund gibt erneut Flugpetrol-Notreserven frei
Zum zweiten Mal in zwei Wochen: Der Bund öffnet die Pflichtlagerreserven von Flugtreibstoff.
© Tages-Anzeiger / Urs Jaudas
Schon Mitte Oktober öffnete der Bund das Pflichtlager fĂŒr Kerosin, weil dem Flughafen ZĂŒrich ein Engpass beim Flugtreibstoff drohte. Nun gibt der Bund wegen eines erneuten Versorgungsengpasses beim Flugpetrol Notreserven frei.
Wie der Tages-Anzeiger berichtet, dĂŒrfen bis zum 29. November 2026 maximal 50â000 Kubikmeter Flugpetrol aus der Notreserve entnommen werden, teilte das Bundesamt fĂŒr wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) gestern mit. Diese 50â000 Kubikmeter kommen zu den 30â000 Kubikmetern hinzu, die bereits freigegeben wurden. Insgesamt werden damit bereits 17,4 Prozent der PflichtlagerbestĂ€nde angezapft.
Das BWL nennt als Grund fĂŒr den Engpass neu EinschrĂ€nkungen in Raffinerien in SĂŒdfrankreich und Deutschland, heisst es: «Die FlughĂ€fen Genf und ZĂŒrich sind daher trotz tiefer Nachfrage im November 2026 auf die BezĂŒge aus den Pflichtlagern angewiesen.» Die EinschrĂ€nkungen kommen zu den anhaltenden EngpĂ€ssen wegen ausgefallener Bahnlieferungen und des Niedrigwassers auf dem Rhein hinzu.
Vor allem die eingeschrĂ€nkte Rheinschifffahrt sorgt seit Monaten dafĂŒr, dass die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten angespannt ist. Insgesamt viermal mussten die Pflichtlager seit September zur StĂŒtzung der Versorgung herangezogen werden. Die Versorgung mit Benzin und Heizöl sei aktuell sichergestellt, aber ebenfalls angespannt, schreibt das BWL ausserdem. Die Branche versuche laut Nau, «mit allen ihr zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln» weitere Massnahmen zu verhindern.
Schlagzeile des Tages
Midterms in den USA: Die Demokraten feiern erste Erfolge
Die Midterms entscheiden ĂŒber den politischen Spielraum, den Donald Trump in den verbleibenden zwei Jahren seiner Amtszeit hat. © 20 Minuten / Getty Images via AFP
Die USA erwarteten den 3. November gebannt: In den USA wurden heute Nacht nÀmlich alle 435 Mitglieder des ReprÀsentantenhauses und 35 Senatsmitglieder neu gewÀhlt. Bei den Midterms im November wird der US-Kongress jeweils zur Halbzeit der vierjÀhrigen Amtszeit eines US-PrÀsidenten neu gewÀhlt.
Die Demokraten wollen US-PrĂ€sident Donald Trump die Mehrheiten abnehmen und seine Agenda in den letzten beiden Jahren seiner Amtszeit ausbremsen, schreibt 20 Minuten. Heisst: Es geht um Trumps politischen Spielraum fĂŒr die verbleibende Zeit seiner zweiten Amtszeit. Denn die Midterms entscheiden darĂŒber, welche Partei eine oder beide Kammern des Kongresses kontrolliert und wie leicht oder schwer der PrĂ€sident seine politische Agenda durchsetzen kann.
Bereits um Mitternacht (Schweizer Zeit) schlossen die ersten Wahllokale, in westlicheren Bundesstaaten bleiben sie unter anderem wegen der Zeitverschiebung teilweise bis sechs Uhr offen (einen Zeitplan hat etwa Watson). Die ersten Ergebnisse werden nach dem Schliessen der ersten Wahllokale kommuniziert â aber die endgĂŒltige AuszĂ€hlung kann Tage oder Wochen dauern.
Wie der Spiegel berichtet, könnten die Demokraten die Republikaner schlagen (Stand: 3.20 Uhr Schweizer Zeit): Sie liegen in Umfragen landesweit vorn, zuletzt laut der Nachrichtenagentur Reuters mit sieben Prozentpunkten Vorsprung. Sie fĂŒhren in mehreren klassischen republikanischen Bundesstaaten wie Texas, Alaska, Ohio und laut SRF auch North Carolina bei den Senatswahlen. Der rechtskonservative Sender Fox News fasste zusammen: «Texas hat seit mehr als 30 Jahren bei keiner landesweiten Wahl mehr fĂŒr die Demokraten gestimmt, doch diese Serie könnte in diesem Jahr auf eine ernsthafte BewĂ€hrungsprobe gestellt werden.»
Spannende Ergebnisse, die bereits bekannt sind: Den wichtigen Senatssitz in New Hampshire hat der Demokrat Chris Pappas erobert. Er ist damit laut Tages-Anzeiger der erste offen schwule Senator der USA. In ihrem Wahlkreis in New York wurde laut ZDFheute die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez wiedergewÀhlt. Und mit Keisha Lance Bottoms geht das Gouverneursamt in Georgia laut New York Times erstmals seit 24 Jahren wieder an die Demokraten. Sie ist die erste Schwarze Gouverneurin in der Geschichte der USA.
Kurz-News
Schweiz
Mehr Krebsbetroffene in der Schweiz
In der Schweiz haben oder hatten gemĂ€ss Zahlen, die SRF vorliegen, rund 495â000 Menschen Krebs â doppelt so viele Personen wie vor 20 Jahren. Dies zeigt die Studie des Nationalen Instituts fĂŒr Krebsepidemiologie und âregistrierung (Nicer). Der Anstieg habe zwei Ursachen, wie Katharina Staehelin, Studien-Mitautorin und Direktorin der nationalen Krebsregistrierungsstelle, sagt: Einerseits seien die Behandlungsmethoden besser geworden und Krebs werde frĂŒher diagnostiziert. Andererseits wachse und altere die Bevölkerung, weshalb mehr Menschen erkrankten.
Michelle Gisin tritt zurĂŒck
Skirennfahrerin Michelle Gisin gab laut NZZ ihren RĂŒcktritt bekannt. Fast ein Jahr nach ihrem schweren Sturz in St. Moritz beendet sie im Alter von 32 Jahren ihre Karriere. Nur knapp sei sie damals beim Sturz einer QuerschnittslĂ€hmung entgangen, wie Watson schreibt. «Ich habe alles erlebt», sagte sie in einem Video in den sozialen Medien. Es sei ein unglaubliches Abenteuer gewesen, das «heute» ende. Den Entscheid, ihre Karriere im Ski-Weltcup zu beenden, habe sie bei ihrer RĂŒckkehr auf die Piste in St. Moritz getroffen.
ZĂŒrich: Eine Person nach Ammoniak-Leck hospitalisiert
In einer Energiezentrale neben einem BĂŒrogebĂ€ude im ZĂŒrcher Kreis 3 ist gestern Ammoniak ausgetreten. Eine Person musste ins Spital gebracht werden, nachdem sie mit dem Gas in Kontakt kam, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Die Berufsfeuerwehr von Schutz & Rettung ZĂŒrich konnte den Austritt stoppen. Eine Gefahr fĂŒr Umwelt und Bevölkerung bestand laut Einsatzleitung nicht.
International
Spanischer Verkehrsminister gibt nach ZugunglĂŒck RĂŒcktritt bekannt
Der spanische Verkehrsminister Ăscar Puente hat fast eine Woche nach dem ZugunglĂŒck von Toledo und RĂŒcktrittsforderungen ĂŒberraschend sein Amt niedergelegt. Wie der Spiegel und BBC berichten, kĂŒndigte er vor dem Parlamentsausschuss in Madrid an, bei der Parlamentswahl am 29. November nicht mehr zu kandidieren. Zwei HochgeschwindigkeitszĂŒge waren am vergangenen Mittwoch nahe der Gemeinde Urda zusammengestossen, 69 Personen sind gestorben. Bereits im Januar waren bei einem Zusammenstoss zweier HochgeschwindigkeitszĂŒge in Adamuz in Andalusien 46 Menschen ums Leben gekommen.
Bombendrohungen gegen mehrere Flugzeuge in Europa
Sieben Passagierflugzeuge in ganz Europa wurden laut The Guardian nach Bombendrohungen durchsucht oder umgeleitet. Zwei Passagierflugzeuge aus London und Kopenhagen sind etwa auf den beiden Warschauer FlughĂ€fen ĂŒberprĂŒft worden, berichtet FAZ. Ein Flughafen in Warschau wurde vorĂŒbergehend geschlossen, schreibt der Spiegel. Unklar ist, ob es zwischen den VorfĂ€llen ZusammenhĂ€nge gibt. Alle Flugzeuge landeten sicher und bislang wurde kein Sprengstoff gefunden.
Das NĂŒtzliche zum Schluss
Hoi, gib es Update
Auf der Plattform Letterloop kannst du Newsletter mit deinen Freund:innen machen.
© Letterloop
Rechnungen, kaputte Waschmaschinen, Kinderbetreuung, SteuererklĂ€rungen â das Leben kann hektisch sein. In sehr stressigen Phasen wird der WhatsApp-Chat mit den Freund:innen oder Familienmitgliedern schnell zu einer Reihe hastiger Antworten: «Leben ballert grad, alles ok, ich meld mich!»
Um trotzdem up to date und verbunden zu bleiben, folgt nun eine Idee in Form meines heutigen Tipps: Vor kurzem habe ich Letterloop entdeckt, quasi eine Art Newsletter fĂŒr deinen Inner Circle.
Am Anfang wĂ€hlt man eine Frage aus dem MenĂŒ (oder wahlweise eine eigene). Das können tiefgehende Fragen zur Sicht auf die Welt und aufs Leben sein («Welche peinliche Erinnerung wirst du nie vergessen?») oder zu einem kurzen Check-In («Was ist aktuell in deiner tĂ€glichen Routine unverzichtbar?»). Ist die Frage ausgewĂ€hlt, nehmen sich alle aus der Gruppe kurz Zeit und antworten darauf â und voilĂ , fertig ist der gemeinsam entstandene Newsletter, den alle per Mail erhalten.
Herzige Idee, die ich demnĂ€chst unbedingt ausprobieren will â vielleicht ist Letterloop auch was fĂŒr dich.
LoveânâPeace!
Merci fĂŒrs Lesen.
VANJA KADIC
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